Mauer der Wünsche
Eine Mauer ist das Gedächtnis einer Stadt und ihr Dokumentationsfeld. Auf ihr zeichnen sich Ereignisse und Erinnerungen ab: Menschen hinterlassen Nachrichten, Parolen und Aufrufe auf ihr, sie dient für politische Botschaften, Liebesbekenntnisse oder als Werbefläche. In Syrien wurden Mauern den Einwohner:innen Jahrzehnte lang als Ausdrucksmittel vorenthalten. Dort dienen die Mauern im öffentlichen Raum ausschließlich den Parolen und Botschaften des autoritären Regimes. Die Proteste im Jahre 2011 begannen damit, dass Gewalt gegen Grundschulkinder angewendet wurde, die regimekritische Parolen auf die Mauern ihrer Schule gekritzelt hatten. Mit der Ausweitung der Protestaktionen auf alle syrischen Städte versuchten die Demonstranten, die Mauer zurück zu erobern und sie zum Instrument des Widerstands gegen die Diktatur zu nutzen. So bekam die Mauer eine politische und soziale Bedeutung, die ihr vorher von offizieller Seite her versagt war. Das Projekt möchte, die Mauer als Ausdrucksmittel wieder nutzbar machen und sie als Projektionsfläche persönlicher Positionen, politischer Botschaften und öffentlicher Kritik zugänglich machen. Künstlerische Methoden dienen dabei als Instrument des Ausdrucks und Mittel die eigenen Perspektive sichtbar zu machen.
Es ist ein Projekt, in dem es darum geht selbst eine Mauer zu bauen, die als Projektionsfläche für Wünsche, Botschaften und Widerstand dient. Es geht darum, sich seiner eigenen Perspektive und Meinung Gehör zu verschaffen und zu lernen wie man die eigene Position visuell und öffentlichkeitswirksam kommunizieren kann.